Prävention im Umgang mit Nanomaterialien

Messung der Teilchenzahlkonzentration bei der Verarbeitung von Nanomaterialien. Bild: IFA

Aufgrund ihrer extrem geringen Größe weisen Nanopartikel bezogen auf ihre Masse eine sehr große Oberfläche und hohe Beweglichkeit auf. Dies befähigt sie, ausgeprägt mit ihrer Umgebung zu reagieren. Potenzielle Risiken ergeben sich in erster Linie durch die Einwirkung von Nanopartikeln auf den menschlichen Körper (DGUV 2010).

Die rasante Entwicklung der Nanotechnologie hat auch Auswirkungen auf den Arbeitsschutz. Nanotechnologie Verspricht einen bedeutenden Nutzen, von ihr können aber auch Gefahren ausgehen. Trotz weltweit intensiver Forschung ist eine abschließende Bewertung der Gefährdungen zurzeit nicht möglich. Es gibt jedoch Hinweise, dass von bestimmten Nanomaterialien unter Umständen Risiken für Gesundheit und Sicherheit ausgehen können. Dieser Umstand sollte zu entsprechender Vorsicht und einem verantwortungsvollen Umgang mit diesen Technologien Anlass geben (DGUV 2010).

Es liegen bisher keine Publikationen über Erkrankungen vor, welche durch eine Exposition gegenüber synthetischen Nanomaterialien verursacht worden wären. Wissenschaftliche Erkenntnisse lassen es jedoch als plausibel erscheinen, dass eine entsprechend hohe Exposition gegenüber Nanopartikeln auch gesundheitliche Effekte hervorrufen könnte (DGUV 2010).

Europaweit hat die Risikoforschung im Bereich Nanotechnologien einen zentralen Stellenwert, da sich die EU dem Vorsorgeprinzip verpflichtet hat. In BGI/GUV-I 5149 unterstreicht die DGUV (2010) die Implikationen des Prinzips: „Liegen zu einem spezifischen Nanomaterial keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse zu dessen Gefährdungspotenzial vor, sollte dieses Material daher wie ein gesundheits-gefährdender Stoff betrachtet werden“.

In der Risikoforschung besteht per Definition nur dann ein Risiko, wenn eine Exposition gegenüber einem gesundheits-gefährdenden Stoff vorliegt (Risiko = Exposition x Gefahr). Umgekehrt bedeutet dies, dass eine Reduktion oder Vermeidung der Exposition zu einer Vermeidung des Risikos führt. Auf die Risikoforschung wird an dieser Stelle nicht weiter eingegangen. Für eine aktuelle Übersicht über laufende und abgeschlossene Risikoforschungsprojekte wird auf das Portal SafeNano der Europäischen Union sowie das Statuspapier des Arbeitskreises "Responsible Production and Use of Nanomaterials" (DECHEMA/VCI 2011) sowie das DaNa-Projekt verwiesen.

Quellen und weitere Informationen: