Entwicklung: Innovationsgesellschaft
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11.01.2016

Governance zu Tätigkeiten mit Nanomaterial am Arbeitsplatz

Die Oktober-Ausgabe der Zeitschrift „Gefahrstoffe - Reinhaltung der Luft“ enthält einen Artikel zum Thema „Governance zur Beurteilung der Gefährdung durch Nanomaterial am Arbeitsplatz“. Dabei handelt es sich um einen von Christian Schumacher, IFA, verfassten Nachtrag zum 9. Internationalen Nano-Behördendialog, einer jährlich stattfindenden Veranstaltung zu Governance von Nanomaterialien.

Unter dem Begriff „Governance von Nanomaterialien“ verstehen die Autoren - in Bezug auf den Inhalt des Artikels - das Regelungs- und Steuerungssystem, das bei Tätigkeiten mit Nanomaterial anzuwenden ist, um solche Tätigkeiten sicher zu machen. Christian Schumacher vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) und seine Co-Autoren präsentieren eine Strategie, die das IFA entwickelt hat, um Risikokommunikation entsprechend der Qualifikation der einzelnen Rollen implementieren zu können. Inspiriert wurde das IFA dabei unter anderem von Diskussionen, welche unter den Behördenvertretern und Wissenschaftlern im Rahmen des Nano-Behördendialogs stattgefunden haben. Die Strategie hat zum Ziel, Unternehmen, Wissenschaftler/innen und Regulatoren einzubeziehen und Beschäftigte zielgruppengerecht anzusprechen.

Für die Bewertung einer möglichen Exposition bei Tätigkeiten mit Nanomaterial sieht die IFA-Strategie insgesamt sechs Stufen vor, bei denen auch das DGUV Nano-Portal „Sicheres Arbeiten mit Nanomaterialien“ genutzt werden kann:

Stufe 1: Verdacht auf Nanoskaligkeit erhärten

Stufe 2: Anhaltspunkte zum Vorkommen freier nano- und ultrafeiner Partikel verifizieren

Stufe 3: Anhaltspunkte zum Gefährdungspotential bewerten

Stufe 4: Anhaltspunkte zur qualitativen Abschätzung der Exposition bewerten

Stufe 5: Anhaltspunkte für eine semi-quantitative Abschätzung der Exposition bewerten und schließlich

Stufe 6: Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen bewerten.

Eine der großen Herausforderungen für alle Beteiligten wird es sein, Beschäftigte welche Nanomaterialien entwickeln oder einsetzen, zu sensibilisieren. Neben der erwähnten IFA-Strategie kommen dabei weitere Angebote unterschiedlicher Akteure, wie z.B. das Schweizer Vorsorgeraster oder eben das Nano-Portal, zum Einsatz.    

Quelle: Die Innovationsgesellschaft, St. Gallen

Artikel: Governance zur Beurteilung der Gefährdung durch Nanomaterial am Arbeitsplatz – Ein Nachtrag zum 9. Internationalen Nano-Behördendialog 2015. Gefahrstoffe – Reinhaltung der Luft 75(2015) Nr. 10. http://www.dguv.de/medien/ifa/de/pub/grl/pdf/2015_177.pdf