Entwicklung: Innovationsgesellschaft
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07.07.2015

Ausschuss für Gefahrstoffe veröffentlicht Beurteilungsmaßstab für NanoGBS

Der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat im Mai 2015 die Vorschläge des Unterausschusses III für einen Beurteilungsmaßstab für NanoGBS und die Umsetzung in die Praxis beraten und bestätigt bzw. beschlossen.

Das nun veröffentlichte Dokument (Fassung Juni 2015) enthält einen Vorschlag für den Beurteilungsmaßstab sowie für die Umsetzung in der Praxis. Das Dokument kann hier heruntergeladen werden:

Beurteilungsmaßstab NanoGBS – Ausschuss für Gefahrstoffe, Juni 2015.

Dazu schreibt der AGS: «Gezielt hergestellte Nanomaterialien und andere ultrafeine Stäube, die als granuläre biobeständige Stäube angesehen werden, fallen zur Zeit nicht unter den allgemeinen Staubgrenzwert, weil für diese Stäube eine höhere Wirkstärke für die relevanten Gesundheitsgefahren angenommen wird. Weiter wurde vermutet, dass diese Stäube aufgrund ihrer besonderen quantenchemischen Eigenschaften besondere Wirkungen besitzen könnten. Granuläre biobeständige Nanomaterialien können unterteilt werden in Materialien, die eine spezifische Toxizität besitzen und solche, die keine über die Partikelwirkung hinausgehende spezifische Toxizität besitzen. Der Beurteilungsmaßstab enthält einen Vorschlag für eine Luftwerteableitung für letztere Gruppe, die granulären biobeständigen Stäube ohne bekannte signifikante spezifische Toxizität (nanoskalige GBS) in der Form von alveolengängigem (A-) Staub. […] Der Beurteilungsmaßstab gilt nicht für technisch hergestellte Nanomaterialien mit spezifischer Toxizität oder wenn stoffspezifische Daten zu einem abweichenden Grenzwert führen.»

Der Beurteilungsmaßstab des AGS fasst die bisherige Diskussion um die Einordnung von NanoGBS zusammen und bringt damit Klarheit für die Beurteilung dieser Stoffe in der Praxis. Für NanoGBS ergeben sich Beurteilungsmaßstäbe von 110-190 μg/m³ (ausgehend von einer mittleren Agglomeratdichte von 1,5 g/cm³) bei einem theoretischen Massenanteil nanoskaliger GBS von 100%.  Entsprechend höhere Beurteilungsmaßstäbe ergeben sich bei einem tieferen Massenanteil nanoskaliger GBS.

Quelle: BAuA / Die Innovationsgesellschaft, St. Gallen