Entwicklung: Innovationsgesellschaft
Ausgezeichnet mit Innovationspreis IT: Best of 2014 E-Learning, initiative mittelstand
20.04.2017

11. Internationaler Nano-Behördendialog in Wien

Der 11. Int. Nano-Behördendialog fand am 29. März 2017 auf Einladung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Lebensministerium) in Wien statt. Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Behörden, Forschungsinstituten, Verbänden und Unternehmen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein diskutierten unter dem Titel „Governance von Nanomaterialien“ verschiedene Aspekte der Regulierung im Gesundheits- und Umweltbereich. Darunter waren auch Vertreter vom IFA und BAua.

Im Rahmen des diesjährigen Nano-Behördendialogs wurden im ersten Teil aktuelle, nanospezifische Forschungs- und Regulierungsprojekte der einzelnen Länder vorgestellt. In dieser «Tour-de-Table» Runde präsentierten Behördenvertreter aktuelle Projekte im Regulierungsbereich in den einzelnen Ländern. Ausserdem wurde die Rahmenvereinbarung «Strategic Approach to International Chemicals Management” (SAICM) Programm in Bezug auf Nanomaterialien vorgestellt. Es wurde wiederum deutlich, dass in den beteiligten Ländern sowohl im Bereich der Forschung als auch in der Regulierung verschiedenste Aktivitäten laufen.

Anschliessend standen neue wissenschaftliche Erkenntnisse mit Regulierungsbezug im Zentrum. Zum aktuellen Stand der Wissenschaft wurden vier Referate gehalten. Prof. Dr. Peter Gehr (Universität Bern) stellte das nationale Forschungsprogramm "Chancen und Risiken von Nanomaterialien" (NFP 64) der Schweiz und die wichtigsten Ergebnisse im Überblick vor. Dr. Klaus Günter Steinhäuser stellte Ergebnisse des ProSafe Projekts vor, welches die Erstellung von verschiedenen Expertenreviews zur Beurteilung von Forschungsergebnissen mit regulatorischem Nutzen zum Ziel hat. Dr. Kathrin Schwirn vom Umweltbundesamt (UBA) skizzierte den aktuellen Stand von Nanomaterialien in der Chemikalienregulierung und gab Empfehlungen aus Sicht einer Umweltbehörde. Dr. Karin Gromann vom Österreichischen Ministerium für Gesundheit und Frauen präsentierte eine Stellungnahme der österreichischen Gesundheitsbehörde zu aktuellen Regulierungen.

Danach folgte im dritten Block ein kurzer Blick über Regulierungsaktivitäten in der EU und den Testrichtlinien bei der OECD. Dabei stellte Andrej Kobe (DG Environment) in seinem Referat den aktuellen Stand der europäischen Regulation (REACH) vor und gab einen Ausblick auf die Anpassung der Definition von Nanomaterialien. Peter Kearns (Head OECD-Nanosafety-Program) gab in seinem Referat einen Einblick in die Aktivitäten der OECD bei nationalen und internationalen Ansätzen zur Sicherheitsprüfung und -bewertung von Nanomaterialien.

Abschliessend wurden in drei Breakout-Sessions verschiedene Thesen aus folgenden drei Themenfeldern diskutiert:

1) «Sicherheit im gesamten Lebenszyklus – Schaffen von Rechtssicherheit»

2) «Erfassung von Materialien und Produkten»

3) «Fokussierte Forschung und Innovation»

Zu jedem Themenfeld wurden von den Teilnehmenden 3-4 Thesen für die Diskussion ausgewählt und bewertet. Anschliessend wurden Herausforderungen und Massnahmenvorschläge in Bezug auf die Weiterentwicklung der Regulierung formuliert.

Die Thesen basierten auf den Ergebnissen des letztjährigen Behördendialogs in Bern. Damals hatten die Teilnehmenden Vorschläge für den nachhaltigen Umgang mit Nanomaterialien erarbeitet und in Form einer „Nano-Roadmap 2020“ zusammengefasst. Die Ergebnisse der diesjährigen Breakout-Sessions werden als weiterführende Impulse und Massnahmenvorschläge zur Entwicklung der Nano-Regulierung in den kommenden Jahren genutzt.

 

Quelle: Die Innovationsgesellschaft mbH, St. Gallen

Link zum Behördendialog: http://www.nano-behördendialog.ch/