Wirtschaftliche Bedeutung der Nanotechnologien

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Nanotechnologien besitzen das Potenzial zu langfristig positiven ökonomischen Entwicklungen und zur Sicherung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze. Ihre Nutzung wird über die technologische Leistungsfähigkeit des Produktionsstandorts Deutschland und seine zukünftige Stellung im internationalen Wettbewerb mitbestimmen. Durch das außerordentlich breite Anwendungsspektrum dieser innovativen Querschnittstechnologien ergeben sich Auswirkungen in nahezu allen Lebensbereichen (DGUV Positionspapier 2010). 

Deutschland ist europaweit führend im Bereich der Nanotechnologien und im internationalen Vergleich auf Platz drei hinter den USA und Japan. Auch in der Forschung und Entwicklung belegt Deutschland eine Spitzenposition (Rang vier im Bezug auf wissenschaftliche Publikationen hinter den USA, China und Japan). Im Bezug auf Patentanmeldungen belegt Deutschland Platz drei nach den USA und Japan (BSI 2007).Auch bei der Umsetzung der Forschungsergebnisse ist Deutschland erfolgreich (BMBF 2011).

Hierzulande beschäftigen sich derzeit (2017) rund 2000 Institutionen mit Nanotechnologien, wovon rund die Hälfte Unternehmen sind (www.nano-map.de). Die Tendenz ist steigend und die Unternehmen sind in unterschiedlichen Stufen der Wertschöpfungskette mit der Technologie tätig: von der Entwicklung bis zur Vermarktung von nanotechnologischen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen (BMBF 2009). Eine Analyse der technologischen Teilfelder der Institutionen zeigt, dass zahlenmäßig Nanomaterialien vor Nanobeschichtungen, Nanoanalytik und Nanobiotechnologie am häufigsten vertreten sind (BMBF 2013). Nanotechnologien haben in Deutschland mehr als 70.000 Arbeitsplätze geschaffen (BMBF 2013). Der weltweit generierte Umsatz deutscher Unternehmen, die sich mit Nanotechnologien beschäftigen, betrug 2007 ca. 33 Mrd. Euro (BMBF 2009).

Je nach Branche ist die wirtschaftliche Bedeutung sehr unterschiedlich. In der Lack- und Farbindustrie werden Nanotechnologien beispielsweise verwendet, um herkömmliche Lacke zu verbessern. Diese sogenannten "Smart Coatings" könnten bis ins Jahr 2020 rund 20% des gesamten Branchenumsatzes in Deutschland ausmachen (VdL 2010).

Quellen und weitere Informationen: