Arbeitssicherheit

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Die Forderung nach klaren Regeln bezüglich Arbeitssicherheit wird von vielen Seiten geäußert. Auch im deutschen Aktionsplan Nanotechnologie 2015 wird eine Entwicklung von Verfahren zur Expositionsermittlung, strenge Arbeitsschutzmaßnahmen und eine unabhängige Sicherheitsforschung empfohlen (Gazsó et al. 2012).

Gesetzeslage zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

In Deutschland sind bezüglich Arbeitsschutz das Arbeitsschutzgesetz und die Gefahrstoffverordnung relevant, in Europa die Dokumente 89/391/EWG (Rahmenrichtlinie Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit) und 98/24/EG (Sicherheit und Gesundheit bei chemischen Arbeitsstoffen). Die spezifischen Charakteristika der Nanomaterialien sollen in der Gefahrenbeurteilung berücksichtigt werden. Falls diese nicht bekannt sind, muss das Vorsorgeprinzip angewandt werden. Weitere Informationen sind unter BekGS 527 (Bekanntmachung zu Gefahrenstoffen 527 "Hergestellte Nanomaterialien") zu finden und auch unter dem BAuA/VCI Leitfaden "Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Nanomaterialien am Arbeitsplatz" (BAuA 2013).

2015 hat der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) einen Beurteilungsmaßstab für technisch gezielt hergestellte ultrafeine Stäube aus alveolengängigen granulären biobeständigen Stäuben ohne bekannte signifikante spezifische Toxizität (nanoskalige GBS) (A-Staub) beschlossen.

Vorsorgeprinzip

Beim derzeitigen Kenntnisstand lässt sich eine Gesundheitsgefährdung durch bestimmte Nanomaterialien nicht ausschließen. Liegen zu einem spezifischen Nanomaterial keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse zu dessen Gefährdungspotenzial vor, sollte dieses Material daher wie ein gesundheitsgefährdender Stoff betrachtet werden. Dieser Ansatz hat sich in der Praxis bei Substanzen mit unbekannten Gefährdungspotenzial bewährt, setzt aber für eine erfolgreiche Umsetzung ein strukturiertes und systematisches Vorgehen voraus.

Quellen und weiterführende Informationen: