Nanotechnologien in Textilien

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Nanotechnologien in Textilien tragen dazu bei, die Funktionalität zu verbessern oder das jeweilige textile Material mit ganz neuen Eigenschaften auszustatten. Auf dem Markt befinden sich derzeit vor allem Produkte mit schmutz- oder wasserabweisenden oder antibakteriellen Eigenschaften und verbessertem UV-Schutz (Greßler et al. 2010a).

Im Entwicklungsstadium befinden sich sogenannte "intelligente Textilien", welche elektrische oder elektronische Funktionen übernehmen, wie beispielsweise die Überwachung von Körperfunktionen oder das Aufladen von Mobiltelefonen. Geforscht wird auch an Nanofasern, die als Gewebe Krankheitserreger aus der Luft filtern (Greßler et al. 2010a).

Herstellung und verwendete Materialien

Die Verarbeitungsprozesse lassen sich in Beschichtungs- und Integrationsprozesse unterteilen. Industriell umgesetzt werden vor allem Beschichtungsprozesse wie Sol-Gel Beschichtung, Tauchbeschichtung, Spray-Coating und das Foulard-Verfahren. Viele Integrationsprozesse wie das Compoundieren, Lösungsspinnen oder die sogenannte vapor/solution polymerisation befinden sich in der Entwicklungsphase (Som et al. 2008).

Je nach gewünschter Eigenschaft werden unterschiedliche Nanomaterialien verwendet: Wasser- und schmutzabweisende Textilien sind dem Lotusblatt nachempfunden, sie verfügen über eine (im Mikro- und Nanometerbereich) raue sowie hydrophobe Oberfläche (sogenannte Superhydrophobie) und enthalten Nanometer-dünne Beschichtungen aus Silanen oder Siloxanen. Diese werden meist im Sol-Gel-Verfahren hergestellt. Temporäre Schichten können auch aufgesprayt werden, beispielsweise mit einem Imprägnierspray (Greßler et al. 2010a & b).

Antibakterielle Fasern enthalten in der Regel Silber-Nanopartikel. Bei der Herstellung von Textilien mit Nanosilber kommen beide obengenannten Verarbeitungsprozesse zum Einsatz. Zur Erhöhung des UV-Schutzes werden Titandioxid- (TiO2) oder Zinkoxid- (ZnO) Nanopartikeln verwendet. Auch Carbon nanotube (CNT) verstärkte Schutzwesten sowie Textilien, welche Wirkstoffe an die Haut abgeben, sind auf dem Markt erhältlich (Greßler et al. 2010a).

Quellen und weitere Informationen: