Reinigung, Imprägnierung sowie Lacke und Farben

Mit einem "Nano"-Spray behandelte Oberfläche. © 2014 Die Innovationsgesellschaft mbH

Eine große Anzahl an Reinigungs- und Imprägniermittel wird mit dem Begriff "Nano" beworben. Die Woodrow Wilson Datenbank listet derzeit (2017) rund 150 Produkte in der Kategorie "Reinigungsmittel" sowie rund 200 Produkte in der Kategorie "Autopflege" auf. Tatsächlich enthalten aber nicht alle der mit "Nano" bezeichneten Produkte Nanomaterialien oder wurden mit Nanotechnologien hergestellt (LGL 2012). Nanotechnologien in Oberflächenbehandlungsprodukten können selbstreinigende, antibakterielle oder photokatalytische Effekte erzeugen, die Kratzfestigkeit erhöhen oder UV-Schutz erzeugen. Sehr ähnliche Ziele verfolgt der Einsatz von Nanotechnologien in Lacken und Farben. Dazu befinden sich schaltende, leitende oder wärmeisolierende Lacke und Beschichtungen in der Entwicklung (VdL 2010).

Verwendete Materialien

In Lacken und Farben werden hauptsächlich folgende Materialien in nanoskaliger Form verwendet (VdL 2010 und Hessen Nanotech Band 11):

  • Nanoskaliges Titandioxid wird wegen der photokatalytischen Eigenschaften eingesetzt. In Holzlasuren dient es als UV-Absorber.
  • Siliziumdioxid: Pyrogene Kieselsäure (amorphes Siliciumdioxid) wird seit langer Zeit in Lacken verwendet, um deren Fließfähigkeit zu verbessern. Die Partikel weisen Partikelgrößen zwischen 4 und 20 nm auf.
  • (Industrie-)Ruß (eng. Carbon Black): dient als Farbpigment in Lacken und Farben.
  • Nanoskaliges Zink- oder Ceroxid ist UV-absorbierend und hat zudem eine antimikrobielle Wirkung.
  • Nanokomposit-Polymerdispersionen in schmutzabweisenden Fassadenfarben (Hessen Nanotech Band 15)
  • Nanosilber als antimikrobieller Zusatz findet Verwendung in Lacken und Farben.

Außer Nanosilber werden alle oben genannten Materialien i.d.R. als Sackware angeliefert und als Pulver oder wässrige Zubereitung eingesetzt.

Oberflächenbehandlungs- (wie Imprägnier-, Versiegelungsspray) und Reinigungsprodukte enthalten beispielsweise nanoskaliges Silber, Fluorkarbonharze und Silicium-Gruppen (LGL 2012) sowie (Aluminium-) Oxid als Kratzschutz (Möller et al. 2013).

Quellen und weitere Informationen: