Nanotechnologien und Kosmetika

Kosmetika können nanoskalige Inhaltsstoffe enthalten. © Olga Lyubkin - Fotolia.com

Hauptanwendungsgebiete der Nanotechnologien und/oder Nanomaterialien in Kosmetika sind Träger- und Transportsysteme, UV-Schutz und Pigmente.

Nanodisperse Verkapselungs- oder Trägersysteme werden eingesetzt, um Wirkstoffe in tiefere Hautschichten zu befördern. Zu diesen Systemen zählt man Liposomen, Nanoemulsionen, Mikroemulsionen (Mizellen) und Lipid-Nanopartikel. Liposomen und Nanoemulsionen in Kosmetika bestehen aus Phosphatidylcholin, welches bei Liposomen in einer Doppelmembran und bei Nanoemulsionen in einer Schicht angeordnet ist. Beide werden durch Hochdruckhomogenisation hergestellt. Mikroemulsionen bestehen aus einer Mischung aus Öl, Wasser und Tensiden und werden vor allem in Produkten zur Hautreinigung eingesetzt (Greßler et al. 2009).

Als mineralische UV-Filter in Sonnenschutzcremes werden nanoskaliges Titandioxid (TiO2) und Zinkoxid (ZnO) verwendet. In der EU ist derzeit allerdings nur Titandioxid als UV-Filter zugelassen. Gegenüber größeren Teilchen haben TiO2-Nanopartikel den Vorteil, dass sie transparent sind und gleichzeitig die UVA und UVB-Strahlung sehr gut absorbieren (Greßler et al. 2009).

In Schminke (z.B. Lidschatten, Kajal, Wimperntusche etc.) werden u.a. nanoskalige Pigmente als Farbstoffe verwendet. Verbreitet ist die Anwendung von Carbon Black  (SCCS 2013). Einzelne Produkte enthalten zudem nanoskalige Mineralien sowie Gold- oder Silbernanopartikel sowie nanoskaliges Calciumphosphat und Nanomineralien (Greßler et al. 2009).

Seit Juli 2013 müssen Nanomaterialien in Kosmetika in der EU deklariert werden. Nanoskalige Bestandteile müssen dabei in der Liste der Bestandteile mit dem Zusatz     "(nano)" gekennzeichnet werden (LUBW 2012, s. Verordnung 1223/2009).

Quellen und weiterführende Informationen: